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Max Frisch
Ignoranz als Staatsschutz?

David Gugerli / Hannes Mangold Hrg.

In seinem letzten Typoskript verarbeitete Max Frisch auf sehr persönliche Art und in einer für ihn typischen literarischen Form jenen Skandal, der die Schweiz 1989/1990 erschütterte: Fast eine Million Einwohner waren während des Kalten Krieges vom schweizerischen Staatsschutz observiert worden. Auf individuell angelegten Karteikarten oder »Fichen« hatte die Bundesanwaltschaft eine eigene Verdachtschronik produziert, deren grotesk banaler Charakter den Skandal nur verstärkte.

 

"Der Sarkast Max Frisch ergänzt seine Fiche mit kühler Präzision. Und mit der gleichen Genauigkeit gehen auch die beiden Herausgeber seines Typoskripts jetzt vor, David Gugerli und Hannes Mangold. Vorwort und Nachwort, Fakten um Fakten, Auge um Auge, Überprüfung der Überprüfer vom Staatsschutz: Das ist von einer fast tollwütigen Exaktheit –­ und toll zu lesen.
Christine Richard, Basler Zeitung

 

Hinweis auf die aktuelle Ausstellung im Max Frisch-Archiv (ETH):
Max Frisch im Spiegel der Karikatur

Ebenfalls erhältlich:

© Sven Simon / Imago

Max Frisch wurde am 15. Mai 1911 in Zürich geboren und starb am 4. April 1991 ebenfalls in Zürich. 1930 begann ers sein Germanistik-Studium an der Universität Zürich, das er jedoch 1933 nach dem Tod seines Vaters (1932) aus finanziellen Gründen abbrechen musste. Er arbeitete als Korrespondent für die Neue Zürcher Zeitung. Seine erste Buchveröffentlichung "Jürg Reinhart. Eine sommerliche Schicksalsfahrt" erschien 1934 in der Deutschen Verlags-Anstalt Suttgart. 1950 erscheint "Das Tagebuch von 1946-1949" als erstes Werk Frischs im neugegründeten Suhrkamp Verlag.

Max Frisch: Ignoranz als Staatsschutz?
David Gugerli / Hannes Mangold (Hrg.)
128 Seiten, gebunden
Suhrkamp Verlag
9783518424902
CHF 27.90

e-book:9783518744000
auf www.volkshausbuch.ch

Das letzte Buchmanuskript von Max Frisch Faksimile und Transkription.

Frischs Arbeit an der eigenen Akte fand 1990 statt, im Vorfeld der umstrittenen 700 Jahrfeier der Eidgenossenschaft. Fast ein halbes Jahrhundert nach Stiller sah sich Frisch gezwungen, die Frage nach dem Verhältnis von Lebensgeschichten und Identität nochmals aufzunehmen. Er rückte dem Strandgut des analogen Überwachungsapparates mit Schere, Tacker und Schreibmaschine auf den Leib. Die dabei entstandene Collage ist die erschütternde Abrechnung mit der Ignoranz, nicht nur des Staatsschutzes. Und damit erweist sie sich als eminnent aktuell. Sie wird hier zum ersten Mal veröffentlicht.

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