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Harry Gmür:
Reportagen von links

Vier Jahrzehnte Kampf gegen Faschismus und Kolonialismus

Das Buch vereinigt Reportagen, Essays und Kommentare des Schweizer Schriftstellers und Publizisten Harry Gmür, die er in den Jahren des Nationalsozialismus unter seinem Namen und während des Kalten Krieges unter verschiedenen Pseudonymen verfasst hat. In den 1930er-Jahren beschrieb er die faschistischen Strömungen in der Schweiz und die hitleraffine und Franco-freundliche Politik der helvetischen Landesregierung, die er mit schonungsloser Schärfe kritisierte, zumeist in Artikeln seiner eigenen Wochenzeitschrift ABC. In den 1950er-Jahren bis zu seinem Tode berichtete er, vor allem in der ostdeutschen Weltbühne und in Büchern, über seine Afrikareisen und analysierte kenntnisreich die Befreiungskämpfe verschiedener afrikanischer Länder vom Joch des Kolonialismus. Ebenfalls mit kritischem Blick bereiste er die damaligen westlichen Diktaturstaaten wie Spanien und Griechenland.

Mit der gleichen stilistischen Eleganz, die man von seinen Romanen kennt, vereinigt Harry Gmür anschauliche Erlebnisschilderungen und brillante Stimmungsbilder mit kenntnisreichen Analysen der politischen Vorgänge – das politische Vermächtnis eines engagierten Antifaschisten und ein wichtiges Dokument der Zeitgeschichte des 20. Jahrhunderts.

Ein wichtiges Dokument der Zeitgeschichte: engagierte Reportagen eines überzeugten Antifaschisten und Antiimperialisten. Eindrucksvolle Stimmungsbilder und brillante Analysen über den Weg afrikanischer Staaten in die Unabhängigkeit

Vorwort von Jean Ziegler
Im dänischen Exil 1938 verfasste Bertold Brecht das Stück Leben des Galilei. In der 13. Szene sagt der Arbeiter Andrea: »So viel ist gewonnen, wenn nur einer aufsteht und sagt ›nein!‹« … Harry Gmür war ein Dissident. Wie Peter Surava, Konrad Farner, Carl Albert Loosli und einige wenige andere..


"Vor allem aus Afrika berichtend, vermittelte Harry Gmür (…) eindrückliche Stimmungsbilder und scharfsinnige Analysen der dortigen Dekolonisationsprozesse.«

Damir Skenderovic

Ebenfalls erhältlich:

Harry Gmür: Reportagen von links. Vier Jahrzehnte Kampf gegen Faschismus und Kolonialismus
Vorwort von Jean Ziegler
336 Seiten, gebunden
Europa Verlag
978-3-95890-334-0
CHF 35.90

© privat

Harry Gmür, geb. 1908 in Bern, gest. 1979 in Zürich, wuchs in einer großbürgerlichen Familie auf, studierte Geschichte und Germanistik in Bern, Paris, München und Leipzig und kehrte 1933 mit seiner jüdischen Frau in die Schweiz zurück. Als überzeugter Antifaschist und Antikapitalist trat er der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz (SPS) bei, entfremdete sich jedoch von der Sozialdemokratie und den Gewerkschaften bei den politischen Debatten während der Volksabstimmung von 1935. Vor und während des Zweiten Weltkriegs engagierte er sich im antifaschistischen Widerstand, u.a. durch Herausgabe der Wochenzeitung ABC, in der linke Schweizer Journalisten und deutsche Emigranten zu Wort kamen. 1942 wurde er aus der Sozialdemokratischen Partei ausgeschlossen, zwei Jahre später gehörte er zu den Mitbegründern der Partei der Arbeit (PdA), der Nachfolgepartei der verbotenen Kommunistischen Partei der Schweiz. Von 1945 bis 1946 war er Chefredakteur des neuen Parteiorgans Vorwärts und von 1946 bis 1950 PdA-Vertreter im Stadtzürcher Parlament. In den 1950er-Jahren initiierte Gmür unter anderem die Gründung des Universum Verlages sowie des Filmverleihs Neue Exotik Film. Ab 1958 bis zu seinem Tod verfasste er zahlreiche Reportagen unter verschiedenen Pseudonymen (u.a. Stefan Miller) für die DDR Zeitschrift Weltbühne.

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